Geld kommt und Geld geht … aber wohin und wieviel? Hier möchte ich dir ein paar Tipps geben, wie du besser mit deinem Geld haushalten kannst. Hierbei geht es ums Sparen, Konsumieren und Investieren.

1. Haushaltsbuch führen

Die meisten Leute wissen zwar genau wieviel Geld am Monatsende vom Arbeitgeber aufs Konto überwiesen werden, aber die wenigsten wissen wohin es im Laufe des Monats verschwindet. Selbst wenn es eine vage Vermutung über die Ausgaben gibt, liegen oft Welten zwischen der Realität und der Ahnung. Die Lösung: ein Haushaltsbuch.

Das Haushaltsbuch liefert einen besseren Überblick über die Einnahmen und die Ausgaben. Besonders sinnvoll ist die Aufschlüsselung der Ausgaben. Die Ausgaben teilen sich zunächst in jährliche, monatliche (beides fixe Ausgaben) und variable Ausgaben auf. Diese können anschließend weiter in verschiedene Rubriken unterteilt werden: Versicherungen, Miete, Internet/Telefon, Nahrungsmittel, Kfz, Haushalt, Spaß (Kino, Theater, Bars, …) etc.

Wie kleinteilig du deine Finanzen aufschlüsselst, ist dir überlassen. Wichtig ist, dass du deine Finanzen monatlich betrachtest. Dafür musst du natürlich die jährlichen Ausgaben auf die monatlichen Kosten runterbrechen. Hast du alle Einnahmen und Ausgaben pro Monat notiert, kannst du sehr schön sehen was pro Monat übrigbleibt und wohin dein Geld fließt.

Ein Haushaltsbuch kann analog oder digital geführt werden. Möchtest du deine Finanzen digital festhalten, habe ich dir hier mein Haushaltsbuch als Excel-Vorlage bereitgestellt. Präferierst du lieber die altmodische Variante kann ich dir dieses Haushaltsbuch* empfehlen.

Stellst du fest, dass du in gewissen Bereichen zuviel Geld ausgibst, dann kannst du einen Schritt weitergehen und dein Geld budgetieren. An den fixen Ausgaben kannst du nicht rütteln, aber an den variablen Ausgaben. Gibst du zum Beispiel zuviel Geld in der Spaß-Rubrik aus, teilst du dir einen bestimmten monatlichen Betrag ein. Ist dieser aufgebraucht, gibts keine Kino- oder Theaterbesuche mehr bis zum nächsten Monat.

Für die Budgetierung bietet sich zum Beispiel die Briefumschlag-Methode an. Hierbei hast du für jede variable Ausgabe einen Briefumschlag, den du an jedem Monatsanfang mit dem entsprechenden Geld befüllst. Wann immer du Geld ausgibst, entnimmst du es aus diesem Umschlag (und auch nur aus diesem).

2. Sparen automatisieren

Viele Leute tun sich schwer beim Sparen, denn Sparen wird häufig mit Entbehrung verbunden. Durchhalten kostet Kraft und verlangt einen starken Willen. Um die Möglichkeit des Scheiterns direkt zu unterbinden, hilft eine Automatisierung des Sparvorgangs. Der riesige Vorteil: Dies schafft Verhaltensmuter, welche automatisch, emotionslos und vor allem ausnahmslos durchgeführt werden. Dadurch wird Sparen als Selbstverständlichkeit angenommen und kostet dementsprechend keine Überwindung mehr.

Oberste Regel: Bevor man anfängt mit Sparen, egal ob für einen schönen Urlaub, ein neues Auto oder das Alter, müssen Schulden abbezahlt werden. Auch das Begleichen von Schulden sollte automatisiert werden. Danach kann das Sparen beginnen. Im ersten Schritt möchte ich dir 2 Tipps/Automatismen vorstellen, welche mir sehr geholfen haben:

  1. Kleingeld-Kollekte: Wann immer du Kleingeld in der Hand oder in deinem Portomonaie hast, legst du es sofort zur Seite. Du sammelst es z.B. in einem Glas oder einem Sparschwein und bringst es anschließend zur Bank (wandelst es also in digitales Geld um). Ab aufs Sparkonto, schon gespart!
  2. Doppelter Preis: Jedes Mal, wenn du dir etwas kaufst, was nicht unbedingt nötig ist (Nahrungsmittel, Benzin, Reparaturen etc. also ausgenommen), berechnest du den doppelten Preis und sparst die zweite Hälfte. Ich gebe dir ein Beispiel. Willst du dir ein neues Smartphone für 300 Euro kaufen, veranschlagst du den Kauf mit 600 Euro. 300 Euro benötigst du für den Kauf und die weiteren 300 Euro überweist du auf ein Extra-Sparkonto.

Was machen wir nun mit dem angesparten Geld? Natürlich langfristig und renditestark investieren! Schau dir dazu diesen Artikel über ETFs als Allzweckwaffe im Vermögensaufbau.

3. Konsumverhalten optimieren

Konsum ist der natürliche Feind des Sparens. Konsum ist emotionsgetrieben und führt daher häufig zum schlechten Umgang mit Geld. Besonders Spontankäufe bzw. Käufe ohne reichliche Überlegung führen zu unkontrolliertem und unnötigem Konsum. Bei diesen Käufen lassen wir uns meistens von Werbung oder geschickter Präsentation sehr stark beeinflussen. Zur besseren Selbstkontrolle kann ich dir folgende 3 Tipps empfehlen:

  1. Bargeld statt Plastikgeld: Es ist bekannt, dass Geld ausgeben mehr weh tut, wenn man sieht wie das Geld aus der eigenen Hand verschwindet. Deshalb würde ich in den Bereichen, wo ich mehr Geld ausgebe als ich will, immer mit Bargeld bezahlen. Plastikgeld tut emotional deutlich weniger weh, da man nicht unmittelbar sieht wie die Euros zum Gegenüber wandern.
  2. Einkaufsliste: Für mich der einfachste Trick gegen Spontankäufe. Mach dir Zuhause klar was du kaufen möchtest und halte es auf einer Einkaufsliste fest. Gehst du nun in den Supermarkt, arbeitest du einfach die Liste ab und kaufst nichts anderes. Auch wenn die Tüte Chips oder der Schokoriegel an der Kasse anlacht. Das Prinzip Einkaufsliste ist natürlich auf alle Bereiche anwendbar. Beispielsweise beim Kinobesuch. Hier könnte eine kleine statt einen Eimer Popcorn auf der Liste stehen.
  3. Schubladen-Prinzip: Wann immer du dir etwas kaufen/gönnen möchtest solltest du dir die Frage stellen, ob du das wirklich willst oder ob es nicht eher ein Spontankauf ist. Um sich der Antwort bewusst zu werden, brauchst du Zeit. Und zwar Zeit ohne ständig an den Gegenstand erinnert zu werden. Also schreibst du dir diesen Gegenstand auf einen Zettel und legst diese Zettel in eine Schublade und schaust nicht mehr drauf. Jetzt kann folgendes passieren:
    • du vergisst den Gegenstand. Du schaust nach einiger Zeit in die Schublade und weißt gar nicht mehr warum du das Ding dort notiert hast. Dein Interesse hat sich stark verringert im Lauf der Zeit. Du willst den Gegenstand also gar nicht wirklich besitzen. Wunderbar, Geld gespart!
    • du musst ständig oder häufiger an diesen Gegenstand denken, selbst nach einer Woche schwirrt er noch in deinem Kopf rum. Dein Kaufinteresse und Vorfreude ist immer noch hoch. Jetzt kannst du mit guten Gewissen kaufen.

Du musst natürlich keine Schublade als Lagerort deiner potentiellen Käufe wählen, ein Buch oder Amazons Wunschzettel tut es beispielsweise auch.

4. Verträge und Abos checken

Das Haushaltskonto kann stark entlastet werden, wenn man seine Versicherungen, Verträge und Abos kritisch betrachtet und analysiert. Zunächst einmal ist es wichtig zu entscheiden was nötig und sinnvoll ist, und was nicht. Gerade beim Thema Versicherungen existieren in vielen Haushalten Doppelversicherungen (durch Unkenntnis seiner Versicherungsprodukte oder Heirat), wenig sinnvolle Versicherungen oder schlichtweg zu teure Versicherungen. Häufig wurden auch Abos für z.B. Zeitschriften oder Premium-Accounts abgeschlossen, welche selten bis gar nicht genutzt werden.

Bei allen Verträgen, welche zwingend nötig sind, hilft ein Preisvergleich um viel Geld zu sparen. Es gibt diverse Portale um Versicherungs-, Strom-, Telefon-, Handy- oder Gas-Anbieter zu vergleichen. Das Sparpotential kann dabei mehrere Hundert Euro pro Jahr betragen. Auf jeden Fall ein Blick wert!

5. Bezahle dich zuerst

Das beste Geld ist immer jenes Geld, welches du in dich selbst investierst! Diese Investition wird dir um ein Vielfaches zurückgezahlt. Das Prinzip ist einfach: bezahle dich zuerst. Konkret heißt es, dass du jeden Monat direkt einen Teil des Geldes für dich beiseitelegst, bevor du andere Leute bezahlst (Rechnungen etc.). Wieviel Geld du in dich monatlich investieren kannst, zeigt dir dein gutgeführtes Haushaltsbuch (siehe Punkt 1). Wie du das Geld verwenden kannst, um deinen persönlichen Zinseszins zu steigern, kannst du im Artikel zum Thema Humankapital nachlesen.

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